Jede Beziehung hat ihre Höhen und Tiefen. Das ist völlig normal. Wenn eine Beziehung jedoch in einer echten Krise steckt, wird Kommunikation zum Streit, Nähe verwandelt sich in Distanz, und das Vertrauen beginnt zu bröckeln. Eine Krise bedeutet jedoch nicht immer, dass die Liebe am Ende ist. Sie ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass sich etwas verändern muss.
Beziehungen verändern sich im Laufe der Zeit und wenn wir die rosarote Brille gegen ein anderes Modell getauscht haben, sind es oft Kleinigkeiten, die uns am Partner nerven. Dann bringt uns die die berüchtigte Zahnpasta im Waschbecken oder die Kleidung im Bad auf die Palme. Anders sieht es aus, wenn die Gründe schwerwiegender sind. Eifersucht, Kontrolle, fehlende Wertschätzung oder Untreue können emotional sehr belastend sein. Auch wenn Haushalt und Familie an nur einem Elternteil hängenbleiben, gibt es im Laufe der Zeit oft Handlungsbedarf.
Aber was kann man tun, wenn die Situation festgefahren ist und jedes Gespräch in einer Sackgasse oder im Streit endet? Zuerst einmal macht der Ton die Musik. Statt gegenseitiger Vorwürfe solltet ihr euch selbst hinterfragen und eure Bedürfnisse klar und deutlich formulieren. Liegt es wirklich daran, dass der Partner sich falsch verhält, oder habt ihr verschiedene Vorstellungen von Partnerschaft? Ist der Partner wirklich zu oft alleine unterwegs oder bin ich unsicher und habe Angst, verlassen zu werden?
Ehrliche Kommunikation ist wichtig. Setzt euch zusammen und versucht, respektvoll miteinander zu reden, statt euch gegenseitig zu bekämpfen. Jeder darf dabei Wünsche und Erwartungen formulieren. Redet nicht miteinander, wenn ihr wütend aufeinander seid. In diesem Fall verschiebt ihr das Gespräch besser auf einen späteren Zeitpunkt.
Eine besonders effektive Methode der Gesprächsführung ist die 5-5-5 (15 Minuten) Regel aus der Paartherapie. Hier wird streng nach Uhr gearbeitet. Jeder Partner hat 5 Minuten Zeit, seine Sichtweise, Gefühle und Wünsche zu formulieren. Der andere hört einfach nur zu. In den letzten 5 Minuten sprechen beide miteinander, es wird gemeinsam nach Lösungen und Kompromissen gesucht
Beziehungsprobleme entstehen oft, wenn die Paar-Zeit fehlt, weil andere Dinge im Alltag wichtiger erscheinen. Job, Kinder, Hobbys, Freunde… es gibt immer einen Grund, keine Zeit miteinander zu verbringen. Jeder benötigt seinen persönlichen Freiraum, doch ihr solltet euch auch ganz bewusst gemeinsame Zeit einräumen. Die ist wichtig, um sich wieder als Paar zu fühlen und nicht nur als Wohngemeinschaft.
In den kommenden Beiträgen werden wir uns noch genauer mit Ehe und Beziehungen beschäftigen, bleibt also am Ball. Habt ihr aktuell Gesprächsbedarf oder denkt an eine Paarberatung? Dann könnt ihr mich gerne direkt anrufen oder anschreiben.
